Aus- und Weiterbildung in tiefenpsychologisch fundierter und analytischer Psychotherapie für Ärzte und Psychologen

Das Aus- und Weiterbildungsangebot umfasst analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und ermöglicht die Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT).

Es führt für PsychologInnen zur Erlangung der Approbation nach dem Psychotherapeutengesetz (PTG) oder zur Erlangung des Zusatztitels Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie für ÄrztInnen.

  1. Lehranalyse/Lehrtherapie
  2. Theorie
  3. Praxis
  4. Prüfungen
    1. Vorkolloquium
    2. Abschlusskolloquium
    3. weitere Informationen

 

Grundsätzlich greifen Lehranalyse/Lehrtherapie, theoretische und praktische Ausbildung von Beginn an ineinander. Lediglich eigene psychoanalytische/psychotherapeutische Behandlungen (mit Supervision) setzen den Abschluss einer Zwischenprüfung, des Vorkolloquiums, voraus. Im Folgenden finden Sie wichtige Informationen zu den einzelnen Ausbildungsschwerpunkten:

Lehranalyse/Lehrtherapie

Mit der Zulassung zur Ausbildung kann auch die Lehranalyse beginnen – und mit ihr die bedeutendste Erfahrung des Ausbildungsprozesses. Sie findet in mindestens drei Einzelsitzungen pro Woche statt und sollte insgesamt mindestens 400 Stunden umfassen. Für ein Vertrautwerden mit der persönlichen Konfliktdynamik sowie für ein unmittelbares Kennenlernen  unbewusster Prozesse ist die Lehranalyse/Lehrtherapie eine unverzichtbare Grundlage.

Theorie

Die Grundlagen und der gegenwärtige Kenntnisstand der Psychoanalyse werden in Theorieseminaren vermittelt. Mit Hilfe des Links ‚Inhalte’ können sie sich detailliert über das Inhaltsspektrum informieren. Einschließlich der kasuistisch-technischen Seminare sind für die theoretische Ausbildung mindestens 600 Stunden vorgesehen. Der theoretische Unterricht ist, wie an Universitäten, semesterweise organisiert. Eine Ausnahme stellen die kasuistisch-technischen Seminare dar, die ganzjährig stattfinden. Da die Ausbildung berufsbegleitend erfolgt, finden die Seminartermine an Abenden und/oder Wochenenden statt. Das Seminarprogramm unseres Instituts wird gemeinsam mit dem Heidelberger Institut für Tiefenpsychologie (HIT) gestaltet. Hinsichtlich des Seminarbetriebs besteht eine enge Kooperation mit anderen psychoanalytischen und tiefenpsychologischen Instituten am Ort.

Praxis

Praktische Tätigkeit

Das Institut kooperiert mit etlichen psychosomatischen und psychiatrischen Kliniken. Psychologische AusbildungsteilnehmerInnen, die auf der Suche nach einem klinischen Praktikumsplatz (§ 2 PsychTh-APrV) sind, können sich an den Leiter des Dozentenausschusses wenden.

Praktische Aus-und Weiterbildung

Die Aus- und WeiterbildungsteilnehmerInnen führen während des ersten Ausbildungsabschnittes insgesamt 20 supervidierte Erstinterviews mit Patienten (darunter drei Kinder-Erstinterviews) durch. Nach Abschluss des Vorkolloquiums kommen eigene psychotherapeutische und psychoanalytische Behandlungen mit Supervision hinzu. Diese werden in kasuistisch-technischen Seminaren vorgestellt und diskutiert. Dabei sollen die Teilnehmer sowohl praktische Erfahrungen mit hochfrequenten Langzeitbehandlungen (Psychoanalyse, drei Stunden pro Woche im Liegen), als auch mit modifizierten analytischen Behandlungen sowie mit tiefenpsychologisch fundierter und Kurzzeittherapie sammeln. Insgesamt müssen mindestens sechs Behandlungen mit einer Gesamtzahl von mindestens 1000 Behandlungsstunden nachgewiesen werden. Die begleitende Supervision bei anerkannten Lehranalytikern des Instituts muss mindestens 200 Stunden umfassen.

Während der Ausbildungszeit findet zu jeder/m KandidatIn einmal jährlich eine Besprechung im Dozentenausschuss über den Stand seiner Ausbildung statt. Dazu erhalten die KandidatInnen zuvor einen Fragebogen. Nach der Besprechung erhalten sie von einer/m ihrer SupervisorInnen ein feedback.

Prüfungen

Anmeldungen zu den Prüfungen sind spätestens 6 Wochen vor der nächsten Sitzung des Dozentenausschusses an das Sekretariat oder an den Leiter des Dozenten­aus­schusses zu richten. Die KandidatInnen erhalten dann einen Fragebogen als Antrag auf Zulassung zur Prüfung. Über die Anträge entscheidet der Dozentenausschuss.

Die Anmeldung zum Vorkolloquium erfolgt üblicherweise nach zwei Jahren Aus-/Weiterbildung. Für den Antrag müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • mindestens 50 Stunden Lehranalyse
  • 2 Semester Seminare zum psychoanalytischen Erstinterview
  • Seminare zur allgemeinen und speziellen Neurosenlehre und zur Behandlungstechnik
  • 20 supervidierte Erstinterviews, davon drei KinderinterviewsZur Prüfung selbst ist dann die Vorlage einer schriftlichen Fallvignette aus einem Erstinterviewerforderlich.

Für den Antrag auf Zulassung zum Abschlusskolloquium müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Nachweis von 1.000 Behandlungsstunden von mind. 6 Patienten
    (darunter 2 Psychoanalysen mit je mind. 250 Behandlungsstunden, jede 4.Stunde supervidiert)
  • mindestens 200 Supvervisionsstunden
  • mindestens 400 Stunden Lehranalyse
  • 600 Stunden theoretische Lehrveranstaltungen (einschl. kasuistisch-technischer Seminare)

Zur Prüfung selbst ist dann die Vorlage eines Fallberichtes über eine fortgeschrittene hochfrequente psychoanalytische Behandlung erforderlich. Hauptgegenstand des Prüfungsgesprächs ist der Vortrag einer aktuellen Stunde aus dieser Behandlung.

KandidatInnen, die bereits eine Facharztanerkennung oder eine Approbation in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie besitzen, brauchen für die Durchführung analytischer Behandlungen unter Supervision eine Genehmigung. Diese können sie beim Dozentenausschuss beantragen. Folgende Voraussetzungen müssen dazu erfüllt sein:

  • Abschluss der Aus- oder Weiterbildung am HIT oder HIP
    (oder vergleichbare Qualifikation)
  • 2 Semester Erstinterview-Seminar am IPP
  • mindestens 10 Doppelstunden kasuistisch-technisches Seminar
  • 20 supervidierte Erstinterviews (incl. HIT/HIP) davon 3 Kinder-EI
  • mindestens 50 Stunden Lehranalyse.

Die staatliche Prüfung (schriftlich und mündlich) muss nur von psychologischen Psychothera­peutInnen abgelegt werden; ihr erfolgreicher Abschluss ist die Voraussetzung für die Erteilung der Approbation.

Weitere Informationen:

Das Vor- und das Abschlusskolloquium sind institutsinterne Prüfungen und müssen von allen Aus- und WeiterbildungsteilnehmerInnen absolviert werden. Für die psychologischen Psychotherapeut/innen kommt noch die staatliche Prüfung am Ende der Ausbildung hinzu. Alle Prüfungen sind gebührenpflichtig. Die institutsinternen Prüfungen sind institutsöffentlich.

Über die Zulassung zu den institutsinternen Prüfungen entscheidet jeweils der Dozentenausschuss auf Antrag der Aus- und WeiterbildungsteilnehmerIn. Diese Entscheidung ist nicht einklagbar. Die Prüfungen sind mündliche Prüfungen, zu denen jeweils eine schriftliche Arbeit vorzulegen ist.

Die staatliche Prüfung nach dem Psychotherapeutengesetz enthält einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Die schriftliche Prüfung findet landesweit zentral zu bestimmten Terminen statt und enthält Fragen, die vom Institut für medizinische Prüfungsfragen (IMP) erstellt werden. Die mündliche Prüfung erfolgt im ausbildenden Institut, wobei die Prüfungskommission aus Prüfern mehrerer Institute der gleichen Fachrichtung besteht.