Geschichte

•    Mit Beginn der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts entstand in Frankfurt nach einer Phase regelmäßiger Treffen 1926 der Südwestdeutsche Arbeitskreis für Analytiker. Frieda Fromm-Reichmann, Erich Fromm, Karl Landauer, Georg Groddeck, Siegfried Fuchs und andere gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Zwischen dieser Gruppe und den damaligen Zentren der Psychoanalyse in Wien und Berlin fand ein intensiver Meinungsaustausch statt. Die 1933 beginnende nationalsozialistische Diktatur machte die Weiterexistenz des Arbeitskreises unmöglich. Frieda Fromm-Reichmann musste Heidelberg deshalb am 1. Juli 1933 verlassen.
•    Die von Krehl, Siebeck und Viktor von Weizsäcker, dem späteren Gründungspräsidenten der DGPT (Dachverband aller psychoanalytischen Gesellschaften und Institute im Nachkriegsdeutschland) gegründete Heidelberger Schule initiierte in der Nachkriegsbundesrepublik zahlreiche Verbindungs- und Schnittstellen zwischen somatischer Medizin und Psychotherapie. Weizsäcker stand der Psychoanalyse ambivalent gegenüber, hat jedoch die Bedeutung Mitscherlichs für eine Innovation der Psychosomatik ausdrücklich anerkannt.
•    Alexander Mitscherlich war maßgeblich, aber natürlich nicht alleine, an der Gründung der Psychosomatischen Klinik in Heidelberg beteiligt. Mitscherlich, der zunächst bei Weizsäcker arbeitete, galt nach dem Krieg als unbelastet. Seine Position einer sich an der Psychoanalyse orientierenden Psychosomatik stieß gleichwohl fast in der gesamten deutschen akademischen Medizin auf Widerstand oder Ablehnung. Parallel zur Gründung der Psychosomatischen Klinik in Heideberg – die erste psychosomatische Abteilung an einer deutschen Universitätsklinik – war er am Ausbau des Sigmund Freud Instituts in Frankfurt beteiligt. 1967 verließ er Heidelberg in Richtung Frankfurt, sein Nachfolger wurde 1968 Walter Bräutigam, einer der Klinikassistenten Mitscherlichs der ersten Stunde.
•    Die ausgehenden sechziger Jahre, durch Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus und die Studentenbewegung geprägt, blieben nicht ohne Auswirkungen auf die Psychosomatische Klinik:  eine Atmosphäre des Neubeginns sowie offener und kontroverser Diskussionen entstand. Den Assistenten der Klinik gelang es, ihre Forderung eines eigenständigen psychoanalytischen Ausbildungsseminars durchzusetzen.
1969
war dann die Geburtsstunde des heutigen IPP als DGPT-Ausbildungsinstitut, deren Mitgliedschaft sich allerdings keineswegs auf Angehörige der Psychosomatischen Klinik beschränkte. Von Beginn an gehörte zum Selbstverständnis des IPP die Unabhängigkeit von psychoanalytischen Fachgesellschaften (DPV, DPG), bis heute sind zahlreiche Institutsmitglieder jedoch gleichzeitig fachgesellschaftlich organisiert. Es gehört zur festen Tradition des IPP,  die klinischen, kulturkritischen und gesellschaftspolitischen Potenzen der Psychoanalyse mit gleichem Interesse zu verfolgen. Zahlreiche Arbeitstagungen und Vorträge auswärtiger Psychoanalytiker und Kulturwissenschaftler machen deshalb bis heute einen bedeutenden Anteil der Aktivitäten des Instituts aus.