“Wenn die Dinge eindeutig werden, ist bereits etwas schiefgegangen.” Psychotherapeutische Professionalisierung im Glauben an das Wissen? (Freitag, 18.07.2014)

Ulrich Deutschmann

Bei der bevorstehenden Novellierung des Psychotherapeutengesetzes zeichnet sich von Regierungsseite eine Tendenz ab, entsprechend dem traditionellen Professionsverständnis Psychotherapie rechtlich als angewandte Wissenschaft zu definieren und die Ausbildung an die Universität zu verlagern. Nach den Vorstellungen der Ordinarien für Klinische Psychologie würde sich ein solcher Studiengang vor allem an der Verhaltenstherapie orientieren und theoretisches Wissen vermitteln. Dieses Konzept ist hochgradig umstritten.
Michael Buchholz hat in seiner Professionstheorie eine grundsätzliche Trennlinie zwischen psychotherapeutischer Praxis und Wissenschaft gezogen. Von ihm ausgehend möchte ich das traditionelle Professionsverständnis kritisch hinterfragen und die provozierende These begründen, die Anwendung empirischer Erkenntnisse in der psychotherapeutischen Situation komme einem Glaubensakt gleich. Abschließend nehme ich Stellung zu der Frage, welchen Stellenwert wir der Wissenschaft in der Psychoanalyse einräumen.

Zeit: Freitag, 18.07.2014, 20.30 Uhr

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