Facharztweiterbildung Psychiatrie oder Psychosomatische Medizin in Kombination mit der Zusatzbezeichnung Psychoanalyse”

Wenn Sie eine Weiterbildung in den Gebieten Psychiatrie und Psychotherapie” oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapie” beginnen wollen oder bereits begonnen haben, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sowohl die tiefenpsychologische Fachkunde bei uns zu erwerben, als auch parallel dazu die Weiterbildung für die Zusatzbezeichnung Psychoanalyse” absolvieren. Für die Prüfung zur Zusatzbezeichnung können Sie sich nach bestandener Facharztprüfung anmelden.

Voraussetzungen

Voraussetzung für den Beginn einer Facharztweiterbildung sind ein abgeschlossenes Medizinstudium und die Approbation als Arzt. Wenn Sie Ihr Medizinstudium im Ausland abgeschlossen haben, müssen Sie einen Antrag auf Erteilung der Approbation stellen. Eine Liste der dafür zuständigen Stellen und Ansprechpartner zum Download finden Sie hier.

Weiterbildungsverlauf und Inhalte

Die Facharztweiterbildung ist in den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern geregelt. Zuständig ist die Landesärztekammer, in deren Einzugsgebiet die Klinik oder Institution liegt, an der die Weiterbildung absolviert wird. Eine Linkliste zu allen Landesärztekammern finden Sie hier.

Die Weiterbildung am IPP erfolgt begleitend zur Kliniktätigkeit als Assistenzarzt/-ärztin. Einen Überblick über den zeitlichen Verlauf und die einzelnen Weiterbildungsbestandteile können Sie mit diesem Ablaufschema gewinnen.

Wenn Sie nach Abschluss der Facharztweiterbildung psychotherapeutisch tätig werden wollen, ist es sehr sinnvoll, parallel zum Erwerb der tiefenpsychologischen Fachkunde mit der Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung “Psychoanalyse” zu beginnen.

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Theoretische Seminare

Im den Seminaren des ersten Weiterbildungsteils führen wir Sie in grundlegende psychoanalytische und psychodynamische Begriffe, Konstrukte und Theorien ein. Das Seminarangebot dafür organisieren wir zusammen mit dem Heidelberger Institut für Tiefenpsychologie (HIT).

Nach einer internen Zwischenprüfung erfolgt die weitere Theorievermittlung dann in einem dreijährigen Curriculum, was aus insgesamt fünfzehn Modulen (Blockseminaren) besteht. In jedem dieser Module wird jeweils ein psychoanalytisches Schwerpunktthema umfassend und aus unterschiedlichen Perspektiven behandelt.

Ausbildungsbehandlungen und Supervision

In den ersten zwei Jahren führen Sie zwanzig dokumentierte Erstinterviews durch. Die Supervision erfolgt durch von der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) [http://www.dgpt.de/aus-weiterbildung/aus-und-weiterbildungsrichtlinien/ ] anerkannte Lehranalytiker bzw. Supervisoren.

In der Facharztweiterbildung wird eine bedeutend höhere Zahl an Erstgesprächen gefordert. Diese müssen jedoch nicht die Anforderungen an ein psychoanalytisches Erstinterview erfüllen.

Die institutsinterne Zwischenprüfung orientiert sich an der schriftlichen Ausarbeitung eines solchen Erstinterviews. Ziel ist es dabei, die konkrete zwischenmenschliche Situation mithilfe des theoretischen Wissens zu reflektieren.

Nach der Zwischenprüfung beginnen Sie mit den Ausbildungsbehandlungen, die entsprechend den Anforderungen der Facharzt- und der Zusatzweiterbildung in sehr unterschiedlichen Settings durchgeführt werden: von der Krisenintervention und der fokalen Kurzzeittherapie bis hin zur hochfrequenten analytischen Langzeitbehandlung. Auch diese Therapien werden durch von der DGPT anerkannte Lehranalytiker bzw. Supervisoren supervidiert.

Lehranalyse

Für die tiefenpsychologische Fachkunde im Rahmen der Facharztweiterbildung sind 150 Stunden Selbsterfahrung erforderlich. Der notwendige Umfang der Lehranalyse im Rahmen der psychoanalytischen Zusatzweiterbildung beträgt weitere 250 Stunden. Diese Kontingente können nicht gegeneinander aufgerechnet werden.

Hier bietet die kombinierte Weiterbildung den wesentlichen Vorteil, die insgesamt erforderlichen 400 Stunden in einem einzigen kontinuierlichen begleitenden Selbsterfahrungsprozess gestalten zu können. Ihren Lehranalytiker bzw. Ihre Lehranalytikerin, der/die ebenso wie die Supervisoren von der DGPT anerkannt sein muss, wählen Sie natürlich selbst. Mit ihm bzw. ihr besprechen Sie auch alle weiteren Einzelheiten des Ablaufs Ihrer Lehranalyse.

Die Gegenfinanzierung der Kosten für diese 400 Stunden ist durch das Honorar gewährleistet, was Sie durch die Ausbildungsbehandlungen erzielen. Dieses geben wir nach Abzug eines Betriebskostenanteils an Sie weiter (vgl. Kostenübersicht).

Dauer und Abschlussprüfungen

Der erste Teil der Weiterbildung dauert in der Regel zwei Jahre. Dieser Zeitraum wird benötigt, um sich in die Theorie einzuarbeiten, mit den Erstinterviews erste praktische Erfahrungen zu sammeln, diese in den kasuistisch-technischen Seminaren zu reflektieren und mit der Lehranalyse zu beginnen.

Das theoretische Curriculum im zweiten Teil erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren. In den insgesamt fünfzehn Modulen werden zentrale Themen der psychoanalytischen Theorie und Behandlungstechnik umfassend und aus der Perspektive verschiedener psychoanalytischer Schulen behandelt. Ergänzend finden sowohl während der Blockseminare, als auch fortlaufend kasuistisch-technische Seminare statt, in denen Sie Ihre Behandlungserfahrungen mit anderen Teilnehmern diskutieren und reflektieren können.

Nicht immer gelingt es, alle Ausbildungsbehandlungen innerhalb dieser drei Jahre abzuschließen. Vor allem die analytischen Langzeitbehandlungen mit einem Umfang von bis zu 300 Stunden können länger dauern. Dennoch ist es in aller Regel problemlos möglich, die für die Facharztprüfung erforderlichen Therapien in diesem Zeitraum zu beenden und diese dann abzulegen. Die Zulassung zur Abschlussprüfung für die Zusatzbezeichnung „Psychoanalyse“ kann bei der Ärztekammer ohnehin erst nach der Facharztanerkennung erfolgen.

Unser Weiterbildungsangebot entspricht den Standards der DGPT. Diese sehen eine schriftliche Abschlussarbeit über eine psychoanalytische Langzeitbehandlung, sowie ein mündliches institutsinternes Kolloquium über diesen Fallbericht vor. Mit diesem Abschluss haben Sie die Möglichkeit, in unserem Institut und in der DGPT Mitglied zu werden, was interessante fachliche und berufspolitische Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet. Gleichwohl steht es Ihnen natürlich auch frei, Ihre Weiterbildung ohne Institutskolloquium allein mit den beiden Prüfungen vor der Ärztekammer abzuschließen.

Kostenübersicht

Im Gegensatz zu einer verbreiteten Auffassung ist die Kombination von Erwerb der psychotherapeutischen Fachkunde im Rahmen der Facharztweiterbildung mit der Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung „Psychoanalyse“ zwar zeitaufwändiger, aber nicht teurer als der Erwerb einer tiefenpsychologischen oder verhaltenstherapeutischen Fachkunde allein.

Denn das Honorar für die von Ihnen erbrachten Behandlungsstunden, was wir nach Abzug einer Betriebskostenpauschale an Sie weitergeben, ist wegen der hohen Anzahl von Behandlungsstunden beträchtlich und deckt die Kosten für Selbsterfahrung, Supervision und theoretischen Unterricht bei weitem ab. Wenn Sie hingegen die psychotherapeutische Fachkunde im Verbund erwerben, werden die Ausbildungstherapien häufig über die Klinikambulanz abgerechnet und schlimmstenfalls müssen Sie die Kosten für Supervision und Selbsterfahrung selbst aufbringen.

Die beiden folgenden Modellrechnungen zeigen die Bilanz von Einnahmen und Kosten für eine kombinierte Weiterbildung in den Gebieten Psychosomatische Medizin und Psychiatrie. Dabei haben wir vorausgesetzt, dass die in der Weiterbildungsordnung vorgegebenen Psychotherapieleistungen (Erstinterviews, Einzeltherapien und Kriseninterventionen) in unserer Ambulanz erbracht und abgerechnet werden.

Die Modellrechnungen basieren auf den aktuellen Vorgaben der Weiterbildungsordnungen, unseren aktuellen Gebührensätzen, sowie den aktuellen Honoraren für Lehranalyse und Supervision. Alle diese Zahlen können nicht garantiert werden und sich ändern. Wir bitten daher um Verständnis, dass die Modellrechnungen unverbindlich sind.

Modellrechnung 1:
Kombinierte Facharztweiterbildung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit Zusatzweiterbildung Psychoanalyse

Psychotherapeutische Fachkunde
Einkünfte
Erstinterviews 100x je 2 Sitzungen*

14.898 €

Kriseninterventionen 10x je 12 Behandlungsstunden**

10.764 €

Tiefenpsychol. Therapien insgesamt 1000 Std. KZT und LZT***

90.889 €

Summe

116.551 €

Kosten
Teilnehmergebühr 2x 1000 €

-2.000 €

Supervision 409 Stunden á 80 €

-32.720 €

Selbsterfahrung 150 Stunden á 80 €

-12.000 €

Balintgruppe 35 Sitzungen á 40 €

-1.400 €

Ambulanzpauschale 25% von 116.551 €

-29.138 €

Summe

-77.258 €

Zusatzbezeichnung Psychoanalyse
Einkünfte
Behandlungsstunden 600 á 89,60 € 53.760 €
Kosten
Teilnehmergebühr 3x 1000 € -3.000 €
Supervision 150 Stunden á 80 € -12.000 €
Lehranalyse 250 Std. á 80 € -20.000 €
Ambulanzpauschale 25% von 53.760 € -13.440 €
Summe -48.440 €
Ergebnis für die gesamte kombinierte Weiterbildung 44.613 €

* EBM-Ziffern: 35140 und 2x 35151; ** EBM-Ziffern: Jeweils 24x 35152; *** EBM-Ziffern 35401, 35402 und 35405

Modellrechnung 2:
Kombinierte Facharztweiterbildung Psychiatrie und Psychotherapie mit Zusatzweiterbildung Psychoanalyse