Embodiment – Verkörperung und Leibgedächtnis (Donnerstag, 19.11.2015)

Prof. Dr. Thomas Fuchs


Seit etwa zwei Jahrzehnten gewinnt das Paradigma des „Embodiment“ oder der Verkörperung in Philosophie, Sozial- und Kognitionswissenschaften zunehmend an Bedeutung. Anstelle des Dualismus von „Mentalem“ und „Physischem“ begreift dieses Paradigma bewusstes Erleben als eine Funktion des Lebens, d.h. als eine Aktivität des gesamten Organismus in seinen Interaktionen mit der Umwelt. Das Gehirn wird dementsprechend nicht als isolierter Produzent des Geistes, sondern als Vermittlungs- oder „Beziehungsorgan“ für Lebensprozesse gesehen, die Organismus und Umwelt übergreifen. Sie schlagen sich zudem in einem verkörperten oder „Leibgedächtnis“ nieder, das in allen Lebensvollzügen wirksam ist und enge Beziehungen zum klassischen Begriff des Unbewussten hat. Der Vortrag gibt einen Überblick über das Embodiment-Konzept in seiner Bedeutung für psychisches Erleben, insbesondere für die Leiblichkeit der Gefühle, und nicht zuletzt für die psychoanalytische Theorieentwicklung.

Zeit: Donnerstag, 19.11.2015, 20:30 Uhr

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